Pressemeldung OffenbachPost – „Schoppepetzer“ legen richtig los
Artikel publiziert am: 22.02.10
Quelle: http://www.op-online.de/nachrichten/egelsbach/schoppepetzer-legen-richtig-640665.html
Erst gab’s Ärger, dann wurde der „Kulturverein“ geboren – am 6. März ist Party
„Schoppepetzer“ legen richtig los
Egelsbach ‐ Manchmal provoziert ein einziges Wörtchen gegensätzlichste Reaktionen von heller Begeisterung bis hin zu offener Feindseligkeit. „Flugplatz“ ist das Paradebeispiel ’09. Von Holger Borchard
Das hessisch-herzliche „Schoppepetzer“ freilich hat seit der Kerb kaum weniger polarisiert – und beschert dem Egelsbacher Vereinsleben das neueste Mitglied: den Kultur- und Traditionsverein „Die Schoppepetzer“.
Mitte Januar hat ein gutes Dutzend Gründungsmitglieder den Verein aus der Taufe gehoben, der sich die „Förderung des kulturellen Lebens und die Pflege der traditionellen Gepflogenheiten der Gemeinde Egelsbach“ auf die Fahnen schreibt. Nach dem ersten öffentlichen Auftritt an der Spitze des Fastnachtsumzugs folgt nun die erste konzertierte Aktion, um den Mitgliederzuwachs anzukurbeln: Am Samstag, 6. März, ab 19 Uhr steigt die Schoppepetzer-Gründungs-Party im Bürgerhaus. Die Werbetrommel in eigener Sache rührt der Verein mit Flyern und Anmeldekarten, die in den kommenden Tagen allen Egelsbachern ins Haus flattern sollen.
Erfolgreiche Idee
Eine erfolgreiche Idee, die dummerweise nicht jeder gut findet, handfester Knatsch und als verblüffende Konsequenz die Vereinsgründung. Das sind die Etappen der Schoppepetzer-Geschichte – für Nicht-Eingeweihte noch einmal kurz rekapituliert: Bei der Kerb Ende September mischt erstmals der „Schoppepetzer Hof“ mit. Die von der Veranstaltungsagentur mec:i um Reisebüro-Chef Detlev Kraft im Stil einer Heckenwirtschaft aufgezogene Partyzone in der Schulstraße 50 – alles eine Nummer größer, professioneller und deshalb extrem erfolgreich – begeistert viele, geht manchen aber gewaltig gegen den Strich.
Der Knatsch macht schnell im „Dorffunk“ die Runde. Des Pudels Kern: Dürfen Profis bei großen Festen wie der Kerb ehrenamtlich engagierten Bürgern, Vereinen und örtlichen Kneipiers das Wasser, sprich Publikum und Umsatz abgraben? Ist die Koexistenz von unverzichtbarem Engagement traditionsverbundener Bürger und professionell aufgezogenen Angebot machbar? Vor allem: Ist sie erwünscht? Den öffentlichen Disput heizt nicht zuletzt Bürgermeister Rudi Moritz als „Protektor“ des Eigenheims und Verhinderer eines mec:i-Oktoberfests an der Waldhütte an.
Feier im Stile einer Apres-Ski-Hüttenparty
Kraft hat die Lektion rasch gelernt. Sein Konter im Bund mit einer Handvoll Bürgern hüllt die von ihm, Ingrid Schardt und Birgit Golke betriebene Agentur in das Mäntelchen eines eingetragenen Vereins ein. Gegen den Vorwurf, er trickse, um anderen die Butter vom Brot zu nehmen, verwahrt sich der Chef der Reisebüros Mister Travel in Langen und Egelsbach energisch. „Wir verstehen den Schoppepetzer-Verein als Unterstützer anderer Vereine wie etwa Kerbgemeinschaft oder Karneval-Gesellschaft. Ihnen können und wollen wir nicht nur dank unseres Zuggriffs auf professionelle Veranstaltungstechnik ein wertvoller Partner sein“, betont Kraft. Dass der Verein kritisch beäugt und am Auftreten gemessen werde, sei den Mitgliedern vollauf bewusst und absolut in Ordnung. „Man muss halt nur wissen, dass es nach der Kerb seitens der Vereine und ehrenamtlich aktiven Bürger kein negatives Echo gab, bloß von gewissen Gastronomen und dem Herrn Bürgermeister“, blickt Kraft dezent zurück.
Die Schoppepetzer freilich schauen längst nach vorne: „Wir wollen am 6. März im Stile einer Apres-Ski-Hüttenparty feiern. Für Musik wird der bekannte DJ Geri sorgen und die eine oder andere Überraschung ist auch drin“, so Kraft. Nicht ganz unwichtig: „Der Eintritt ist frei.“ Bei der Gelegenheit werde der Verein seinen Vorsitzenden präsentieren. „Er heißt Claudio Lamamora“, verrät Kraft.
Der Verein traut sich zu, rund ein halbes Dutzend öffentliche Veranstaltungen im Jahr auf die Beine zu stellen – allen voran das Klammernschnitzerbrunnenfest. „Das haben wir schon 2009 organisiert und dafür viel Lob bekommen – und genauso soll’s wieder laufen“, sagt Kraft. Beitrittswillige – Jahresbeitrag 15 Euro – dürfen für ihren Obolus interne Veranstaltungen mit besonderen Vergünstigungen erwarten. „Zwei bis drei dieser Art wollen wir pro Jahr für die Mitglieder organisieren“, kündigt Kraft an.
